Was ist unter Somatics zu verstehen?

Soma“ leitet sich aus dem Altgriechischen „der Körper in seiner Ganzheit“ ab. Gemeint ist die Einheit aus physischem und psychischem Körper, die untrennbar voneinander funktionieren und in Wechselwirkung stehen.

Bei der Somatischen Körper- und Bewegungsarbeit geht es darum ein spürendes GewahrSein für das Soma zu entwickeln. Gemeint ist die bewusste Wahrnehmung des Körpers aus einem inneren Erleben heraus. Um den Somatischen Ansatz besser zu verstehen bedarf es dem BewusstSein unseres Körpers als System:

Wie jedes lebende System verfügt unser Körper über eine natürliche Intelligenz, die unser Überleben sichert und die evolutionäre Anpassung steuert. Zelle für Zelle erneuert sich der Körper. Stunde um Stunde, Tag für Tag, Jahr um Jahr, ständig und unermüdlich befindet sich das System in Wandel und Anpassung.
Die Basis diesen natürlichen Prozess bildet das sogenannten Körpergedächtnis. Alle Erfahrungen und Erlebnisse, sowohl positive als auch negative, sind hier gespeichert. Das Körpergedächtnis des Menschen ist extrem feinfühlig. Es musste evolutionsgeschichtlich schnelle Reaktionen für Kampf oder Flucht ermöglichen. Jegliche Erfahrungen und Sinneseindrücke die wir in unserem Leben sammeln, legen sich im Nervensystem nieder – wie Abdrücke im Sand sind sie in unserem Körper gespeichert. Sie bestimmen damit maßgeblich wie wir Stehen, wie wir Gehen und auch wie wir Reagieren und Handeln.  

In der Somatik arbeitet man mit Bewusstwerdung dieser natürlichen Intelligenz und sucht gezielt nach neuen positiven Erfahrungen für das Körpergedächtnis.

Zum Beispiel deckt die Somatische Methode Feldenkrais® , nach Moshé Feldenkrais benannt, durch bewusste Beobachtungs- und Wahrnehmungsübungen Haltungs- und Bewegungsmuster auf und beschäftigt sich mit den Zusammenhängen von Bewegung und Nervenprozessen im Gehirn. Das zentrale Element ist die Bewegung. Sie bildet die Grundlage des Bewusstseins. Aus dem Bewusstsein heraus können gezielt neue positive Verknüpfungen geschaffen werden.

Andere wie zum Beispiel Continuum Movement, nach Emilie Conrad, konzentrieren sich auf die Wahrnehmung innerleiblicher Impulse und arbeitet mit Atem und Tönen um die Flüssigkeiten im Körper zu stimulieren. Weil der menschliche Körper zu zwei Drittel aus Wasser besteht entsteht eine Bewegungsarbeit, die als tiefgehend und heilsam beschrieben wird.

Allen Somatischen Methoden gemein ist, das der Mensch über eine physische und innerleibliche Wahrnehmung in die Selbstverantwortung und Handlungsfähigkeit begleitet wird, für das eigene Wohlbefinden zu sorgen.

 

Was ist Yoga?

Das Wort Yoga kommt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Vereinigung“ oder „Integration“ und meint etwa die Sammlung des Geistes und das Einswerden von Körper und Geist.

Vor bereits mehr als 2000 Jahren beschäftigten sich die Menschen im fernöstlichen Kulturraum auf beeindruckend intensive Art und Weise mit der Beziehung bzw. der Einheit von Körper uns Geist. Über Jahrtausende hinweg wurde die Wirkung und Wirkweise geistiger und körperlicher Übungen beobachtet und beschrieben. Die Übungen sollten den Menschen befähigen ein gesundes, glückliches und sinnerfülltes Leben zu führen. Sie sollten möglichst alle Aspekte des menschlichen Seins abdecken. Die Selbstreflexion und das stetige Üben im Umgang mit sich selbst (Niyama), alles was das Verhältnis im Zusammenleben mit Mitmenschen und anderen Lebewesen betrifft (Yamas), Übungen, die den Körper fit, belastbar, flexibel und stark machen (Asanas), Techniken, die den Atem erfahr- und lenkbar machen und die Türen zum Innenleben öffnen (Pranayama) und lehren, bewusst zwischen der Innen und Außenwelt zu wechseln (Pratyahara), Techniken, die den eigenen Geist fokussieren und trainieren (Dharanas), die die Kunst des Meditierens lehren (Dhyana) und die vielleicht zur Erleuchtung führen. Und zuletzt geht es um den Bewusstseinszustand des Einsseins. Ein Zustand vollkommenen Wachseins, eine innere Erfahrung jenseits von Geist und Sprache (Samadhi).

Warum die Fusion von Somatics und Yoga?

Auf meinem Yogaweg begegnete ich unterschiedlichen Stilrichtungen. Vom Ashtanga zum Vinyasa Yoga über Kundalini Yoga. In allen Stilrichtungen ging es darum ein bestimmtest Ziel zu erreichen, worüber auch durchaus gesprochen wurde. Auch wurde in allen Stilrichtungen darüber gesprochen, dass man annehmen sollte wo man sich körperlich gerade befinde, nur so weit gehen sollte wie es der individuelle Körper zulasse. Doch darüberhinaus wurde ich nie dort abgeholt wo ich war. Für viele der vermeintlich einfacheren Haltungen schien meinen Körper, trotz jahrelangem üben, schlichtweg ungeeignet zu sein.

Wenn wir betrachten in welchem Kontext wir im westlichen Kulturkreis aufwachsen, so fällt auf, das von Klein auf die Entwicklung und Förderung der mentalen Fähigkeiten im Vordergrund stehen. Der Zugang zur körperlichen und seelischen Ebene wird weniger stark gefördert. Die Somatik setzt dort an, wo viele von uns sind und hat mich dort abgeholt wo ich war – gefangen im Kopf. Über die Somatic konnte ich das Spürbewusstsein für meinen Körper verfeinern, begann seine Sprache zu hören und zu verstehen was es wo brauchte, damit sich ein Wohlsein einstellte.

Für mich persönlich ist das Ziel von Yoga, im sozialen und zeitlichen Kontext in dem wir uns befinden, sich selbstbestimmt in ein WohlSEIN zu verhelfen. Ein WohlSEIN in dem der Geist zur Ruhe kommt, das Nervensystem auf natürliche Weise Ausgleich erfährt und der Körper sich frei und lebendig anfühlt. Ich möchte die Somatic daher hier als den perfekten Wegbereiter und – Begleiter für den im Westen praktizierten Yoga beschreiben. Umgekehrt möchte ich die wohltuenden Strukturen des Yoga und die wertvollen überlieferten Körperhaltungen als wunderbare Ergänzung zur Somatic beschreiben. Meine Arbeit mit Somatics & Yoga stellt nicht den Anspruch einer Fusion, sie sucht wohl vielmehr nach wohltuender Synergie.

Ich freue mich meine Arbeit mit Somatics & Yoga mit Dir teilen zu dürfen.